A B E F G K N P T

Knochenzyste

Die Knochenzysten gelten als benigne, infiltrativ wachsende und lokal aggressive Knochenveränderungen (DI CAPRIO et al., 2000).

Eine solitäre Knochenzyste tritt nach KÁSA et al. (2004) meist innerhalb des ersten Lebensjahres auf und wird daher auch als juvenile Knochenzyste genannt. Aus diesem Grunde ist das Alter des hier vorgestellten Dobermannrüden mit über sechs Jahren als ungewöhnlich für eine juvenile Knochenzyste anzusehen. Die Autoren geben aber auch zu bedenken, dass die Zyste selber nicht schmerzhaft ist, sondern nur ihre Begleiterscheinungen. So ist es denkbar, dass die Zyste bei dem Dobermann schon längere Zeit existierte aber noch nicht entdeckt wurde.

Die aneurysmalen Zysten hingegen werden im Gegensatz zu den oben erwähnten Veränderungen bei Tieren unterschiedlichen Alters beobachtet. So beschrieb BARNHART, (2002) einen fünfjährigen Labrador mit einer Läsion in der Ulna, NOMURA und SATO (1997) eine dreijährige Huskyhündin mit solch einem Tumor im Becken und DOWDLE et al. (2003) fanden eine aneurysmale Zyste im Radius bei einer elf Monate alten Golden Retriever Hündin. Der Boxer, welcher von WILCKEN et al. (2002) beschrieben wurde und im Unterkiefer eine nicht nähre klassifizierte Knochenzyste aufwies, war fünfeinhalb Jahre alt.

Zur Diagnosesicherung können neben einer Röntgenuntersuchung, die Computertomografie, die Angiografie oder die Biopsieentnahme Anwendung finden. In unserem Fall wurden aus Kostengründen eine Röntgenuntersuchung mit anschließender Resektion der betroffenen Phalanx und eine histopathologische Untersuchung besprochen.

Sowohl SARIERLER et al., 2004 als auch ZEHETGRUBER et al., 2004 beschreiben als Therapiemaßnahmen der Wahl die Küretage und das Auffüllen des Hohlraumes mit Knochenzement, solange das umgebende Gewebe noch nicht mit betroffen ist. Die komplette Entfernung des Knochens ist angeraten sobald das Periost Veränderungen aufweist oder das Risiko von pathologischen Frakturen zu groß ist. In der Humanmedizin wurde erfolgreich radioaktives 32P chomic phosphate colloid in eine Zyste injiziert, welches zu einer Verknöcherung des Zystenhohlraumes führte (BUSH und DRANE, 2000). In der Veterinärmedizin erscheinen solche Therapiemaßnahmen auf Grund des hohen Kostenaufwandes, der begleitenden Schutzvorrichtungen und den hohen Gefahren als nicht praktikabel. Als minimal invasive und erfolgreiche Therapie wurde von einer Injektion von Calcitonin und Methylprednisolon zweimal im Abstand von zwei Monaten in die aneurysmale Zyste bei einem elfjährigen Mädchen berichtet (ANSAAR et al., 2005). Auch MIURA et al. (2003) beschreiben Steroidinjektionen in die solitäre Knochenzyste einer Katze sowie deren Ausheilung. WILCKEN et al. (2002) füllten den Hohlraum der Zyste nach Küretage mit chemosterilisiertem, autolysiertem antigen-extrahiertem Granulat aus Pferdeknochen auf und beschreiben die vollständige Durchbauung eines Hohlraumes im Kieferknochens.

Zurück zum Lexikon