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TPLO

Tibia Plateau Leveling Osteotomy

Die Diagnostik des Kreuzbandrisses kann sich schwierig erstelle. Im klassischen Fall lahmt der Patient auf der Gliedmaße nach einem Trauma mit plötzlichem Aufjaulen und folgender Schonhaltung der Gliedmaße. Jedoch kann der Prozess auch schleichend erfolgen. Degenerative Veränderungen, Übergewicht oder Rassedispositionen stellen unter anderem eine Prädisposition dar.

Bei der Untersuchung des Tieres ist das Gangbild wichtig zu beurteilen, handelt es sich um eine Hangbein- oder Stützbeinlahmheit? Wie sitzt der Patient und wie steht er auf? Bei der Lahmheitsuntersuchung werden die Gliedmaßen vergleichend durchgetastet, um Schwellungen oder abnorme Beweglichkeit zu erkennen. Das Kniegelenk ist im klassischen Fall verdickt und abnorm beweglich. So kann das Schubladenphänomen ausgelöst werden. Hierbei ist der Unterschenkel gegen den Oberschenkel verschieblich. Der Tibiakompressionstestist ebenfalls positiv. Hierbei kann der Untersucher den Unterschekel nach oben drücken und dabei eine Beweglichkeit im Kniegelenk vernehmen. Wenn der Patient sitzt, hält er oft das erkrankte Bein zur Seite weggestreckt.

Alle diese Untersuchungen können aber auch negativ verlaufen, wenn das Kreuzband nur angerissen ist. Bei schweren Tieren ist die Füllung des Gelenkes häufig schwierig zu erkennen und der Sitztest ist nicht hundertprozentig positiv.

Viele Operationstechniken sind derzeit bekannt und erprobt. Keine Opation kann das Kreuzband, welches in sich leicht verdreht und durch das Kniegelenk gefädelt ist und aufgespreizt an 2 Ansatzpunkten des Oberschenkels ansetzt ersetzen.

Und hier greift die Möglichkeit der TPLO.

Die Idee der TPLO stammt von Slocom & Slocom von 1993. Die Chirurgen hatten die Idee, nicht das Kreuzband zu ersetzten, sondern mittels einer Operation die Biomechanik des Gelenkes so zu verändern, dass das vordere Kreuzband während des Bewegungsablaufes nicht gebraucht wird.

Die Funktion des vorderen Kreuzbandes beim Hund besteht darin, das Vorwärtsgleiten des Unterschenkels beim Auffußen der Gliedmaße (tibial thrust) zu verhindern. Dies wird besser verdeutlicht wenn man sich eine Kugel vorstellt, welche an einem Seil befestigt eine schiefe Ebene runter hängt und aufgrund des Halteseiles nicht wegrollt. Verändert man nun den Winkel der Ebene so, dass die Kugel ebenmäßig liegt, wird die Funktion des Halteseiles überflüssig.

Bei der TPLO wird dies dadurch realisiert, dass der Winkel des Tibiaplateaus im Verhältnis zum rechten Winkel zur Tibiaachse gemessen wird. Sollte dieser Winkel größer 6° sein, kann dieser Winkel mittels dieser Operation verändert und verringert werden.

Nach der Operation ist das Schubladenphänomen im Kniegelenk weiterhin auslösbar. Jedoch verläuft der Tibiakompressionstest negativ.

Wie wird diese Operation durchgeführt?

Nach einer Lahmheitsuntersuchung wird der Verdacht eines Kreuzbandrisses oder eines Kreuzbandanrisses gestellt. Nachdem der Patient vergleichend die Kniegelenke geröntgt bekommt, wir der Verdacht durch die Bilder bestätigt. Hierbei ist das betroffene Kniegelenk mit einer vermehrten Füllung und ggf. mit Ausrissfragmenten darzustellen. Häufig sind bei älteren Prozessen schon arthrotische Zubildungen erkennbar.

In der Inhalationsnarkose mit Monitorüberwachung wird das Bein chirurgisch vorbereitet. Hierzu zählt die Rasur und Desinfektion der Gliedmaße. Der Patient wird steril abgedeckt und die zu operierende Gliedmaße wird so gelagert, dass sie vom Chirurgen frei zugänglich ist.

Nach dem chirurgischem Zugang von der Innenseite des Kniegelenkes, werden mittels einer Miniarthrotomie die Menisken und die Kreuzbänder dargestellt. Bei dem sogenannten "cleaning up" werden Bandreste und der eventuell eingerissene oder umgeschlagene Teil des Meniskus entfernt. Nach Spülung des Gelenkes, wird die Gelenkkapsel wieder verschlossen.

Im Folgenden wird der Unterschenkelknochen mittels einer oszillierenden, bogenförmigen Säge durchtrennt. Aufgrund des Radius des Sägeblattes und dem bekannten Tibiaplateauwinkels kann errechnet werden, um wie viel die Rotationsosteotomie gedreht werden muss.

Im nächsten Schritt wird der Knochenspalt mittels einer speziell dafür angefertigten Knochenplatte fixiert. Hierbei wird die Platte mit dem Knochen fest verschraubt.

Nach Spülung der Wunde und Überdeckung des Knochens mit den anatomischen Strukturen wird der routinemäßige Wundverschluss durchgeführt. Ein Verband schützt die Wunde und hält das Kniegelenk eine gewisse Zeit noch ruhig.

Nach der OP kann das Bein vollständig belastet werden. Eine Schonung des Patienten für 6-8 Wochen ist dringend erforderlich, damit der Knochen wieder zusammenwachsen kann. Viele unserer Patienten berichten, dass diese Schonungszeit schwierig zu realisieren ist, da die Hunde häufig das Bein wieder voll belasten und daher auch Rennen und Toben möchten. Hier ist der Besitzer gefragt, den Patienten noch an der Leine zu führen und ruhig zu halten.

8 Wochen nach der Operation wird die Gliedmaße erneut in 2 Ebenen geröngt, um den Heilungsverlauf zu beurteilen.

Sollten Sie Fragen haben, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung.

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